Häufig gestellte Fragen

Was ist GHS?

GHS steht für Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. Dieses System wurde von den Vereinten Nationen entwickelt mit dem Ziel, weltweit die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien zu vereinheitlichen und standardisieren um mögliche Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie Umweltrisiken zu reduzieren. Die drei Hauptpunkte sind dabei:

  • Gefahrstoffkennzeichnung: Gefahrendefinitionen beinhalten jetzt auch spezifische Kriterien, um Gesundheitsrisiken und physikalische Gefahren ebenso wie Gemische zu klassifizieren. Dies wird auch zu noch präziseren Sicherheitsdatenblättern führen.
     
  • GHS Etiketten: Hersteller, Importeure und Händler von Chemikalien müssen Etiketten verwenden, die ein einheitliches Standardsignalwort, Piktogramm und Gefahren- und Sicherheitshinweis enthalten.
     
  • Sicherheitsdatenblätter: Sie sind jetzt im spezifischen Standard Format mit 16 Sektionen.

Ab wann gilt das GHS?

  • Datum zur GHS Einführung: 1. Juni 2015.
     
  • Alle Gemische müssen seit oben genanntem Datum konform zu den Richtlinien EU CLP/GHS klassifiziert und beschriftet werden.
     
  • GHS für Stoffe: ist schon gültig.

Wen betrifft es?

GHS betrifft Hersteller, Importeure, Händler (Inverkehrbringer) von Chemikalien und jegliche Unternehmen, die Gefahrstoffe verwenden oder verarbeiten.

  • Chemie-Hersteller müssen ihre Gefahrstoffe neu klassifizieren - auf Basis eines einheitlichen Systems chemischer Substanzen, der von dem GHS festgelegt wird. Ebenso müssen sie ihre Sicherheitsdatenblätter aktualisieren und dürfen nur GHS konforme Etiketten für die Beschriftung ihrer Gefahrstoffe verwenden.
     
  • Chemie Importeure und Händler müssen sicherstellen, dass die von ihnen vertriebenen Gefahrstoffe GHS-konforme Sicherheitsdatenblätter und Etiketten haben.
     
  • Arbeitgeber, die mit Gefahrstoffen auf ihrem Gelände arbeiten, müssen sicher stellen, dass sie Sicherheitsdatenblätter und GHS Etiketten für ihre ausgesetzten Angestellten bereitstellen. Zudem sollten sie für eine korrekte Handhabung der Chemikalien geschult sein.

Was ist die BS5609 Zertifizierung?

Unternehmen mit Chemikalien, die mit Überseefracht transportiert werden, müssen ebenfalls mit dem British Standard BS5609 konform laufen. Dies ist eine Voraussetzung für die ‚International Maritime Dangerouse Goods‘ (IMDG) Zertifizierung (Internationale Zertifizierung zur Beförderung gefährlicher Güter mit Seeschiffen).

  • BS5609 Sec. 2 erfordert, dass das unbedruckte Etikett und der Klebstoff einem 3-monatigen Salzwasser-Eintauch Test widersteht. Der Test beinhaltet auch künstliche Witterungstests (Salzspray und Sonnenbestrahlung). Wenn ein Etikett Section 2 zertifiziert ist, bedeutet dies dass das unbedruckte Etikett BS5609 Section 2 konform ist.
     
  • BS5609 Sec. 3 prüft das bedruckte Etikett auf Abnutzungsresistenz und Druckbeständigkeit. Der Test beinhaltet auch künstliche Witterungstests (Salzspray und Sonnenbestrahlung), Entfernung des Klebers und Abnutzungsresistenz. Der Test wird an Etiketten ausgeführt, die auf bestimmten Druckern gedruckt wurden.

Sogar wenn Sie nicht Übersee transportieren, sind Sie mit einem BS5609 zertifizierten Etikettenmaterial auf der sicheren Seite, da es sich weder ablöst noch verbleicht, wenn es Wasser oder Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Die wetterfesten Etiketten von Avery Zweckform sind BS5609 Section 2 zertifiziert.

Welche Drucker kann ich zum Bedrucken von GHS Etiketten verwenden?

Falls eine BS5609 Section 3 Zertifikation nicht erforderlich ist, kann ein Standard Farblaser mit Avery Zweckform wetterfesten Etiketten verwendet werden, um eine hervorragende Haltbarkeit sicher zu stellen. Bitte beachten Sie die Druckereinstellungen auf ihrem Drucker für beste Druckergebnisse.

Falls eine BS5609 Section 3 Zertifikation erforderlich ist, müssen Sie einen speziellen Drucker verwenden, der dafür konzipiert ist, die Anforderungen der Zertifikation zu erfüllen.

Ändert sich durch das GHS die aktuelle Gefahrstoffkennzeichnung?

Ja. Wenn ein chemischer Gefahrstoff mit einem GHS Etikett auf dem Werkgelände angeliefert wird, muss dieses beibehalten werden. Falls die Chemikalie in einen anderen Behälter umgefüllt wird (z.B. in einen Tank oder Sprühdose), die auf dem Werkgelände bleibt, kann der Arbeitgeber entscheiden, dass der neue Behälter mit derselben Information wie auf dem originalen GHS Etikett oder Sicherheitsdatenblatt gekennzeichnet wird. Der Arbeitgeber kann zur Beschriftung allerdings auch ein alternatives System wie NFPA oder HMIS verwenden. In diesem Falle fällt die Verantwortung auf den Arbeitgeber, dass die Informationen des alternativen Systems konsistent mit dem GHS Etikett sind und dass die Angestellten die physikalischen Gefahren und Gesundheitsrisiken kennen.

Falls die Chemikalie innerhalb einer Arbeitsschicht in einen anderen „tragbaren“ Behälter umgefüllt und durch dieselbe Person verarbeitet wurde, so wird dies als “sofortiger Gebrauch” angesehen und es ist nicht nötig, den Behälter zu beschriften.

Bezieht sich GHS auch auf kleine Gefahrgutbehälter?

Ja. Sogar wenn der Gefahrstoff in einer kleinen Flasche abgefüllt ist, muss der Inverkehrbringer ein GHS Etikett direkt an den Gefahrgutbehälter anbringen, falls er transportiert werden soll. Eine Beschriftung auf der äußeren Transportverpackung allein ist nicht möglich.

Falls der Chemie Hersteller jedoch aufzeigt, dass kein Etikett angebracht werden kann (z.B. ein aufklappbares Etikett oder eins zum Herausziehen), auf dem die erforderlichen GHS Informationen aufgeführt sind, muss der zu transportierende Gefahrgutbehälter zumindest die folgenden Informationen beinhalten:

  • Produktname
  • Entsprechende Piktogramme
  • Name und Telefonnummer des Herstellers
  • Signalwort
  • Eine Erklärung, dass die kompletten Informationen der Chemikalie auf der äußeren Verpackung des Behälters aufgeführt sind

Zusätzlich sollte die Umverpackung mindestens folgendermaßen konform sein:

  • Die Umverpackung beinhaltet alle nötigen GHS Angaben und muss aufbewahrt werden (darf also nicht zerrissen, ausgeblichen oder zerstört werden).
  • Eine Aufforderung, dass der kleine Behälter in der Umverpackung mit den kompletten GHS Angaben gelagert werden muss.
  • Es muss sichergestellt sein, dass die Umverpackung nicht mit anderen Standards in Konflikt ist (z.B. die Umverpackung darf nicht entflammbar sein, wenn der Inhalt leicht entflammbar ist).

Wenn ich ein GHS Etikett habe, brauche ich dann noch ein D.O.T Etikett?

Ja. D.O.T Etiketten müssen nach wie vor auf der Außenseite des transportierten Behälters aufgebracht und gemäß den Richtlinien 49CFR 172, Subpart E.des Dept. of Transportation (DOT) lauten. Laut OSHA können sowohl das D.O.T als auch die GHS Piktogramme für das gleiche Gefahrenrisiko auf einem Etikett stehen. Während der D.O.T Diamant auf allen chemischen Gefahrgütern auf der Umverpackung angebracht werden muss, müssen auf kleine Behälter innerhalb von größeren Versandbehältern zwar keine D.O.T Diamanten aufgebracht werden, dafür aber GHS Piktogramme.

Kann ich die wetterfesten Etiketten von Avery Zweckform auch für andere Anwendungen nutzen?

Ja. Die wetterfesten Etiketten von Avery Zweckform sind perfekt für jede Anforderung, die eine hohe Langlebigkeit und eine besonders starke Klebkraft erfordern, ob im Innen- oder Außenbereich. Die reißfesten Etiketten können unter Wasser getaucht/verwendet werden und sind resistent gegenüber Chemikalien, Abnutzung, Wetter, UV Strahlung und Temperaturen. Sie können sie z.B. folgendermaßen verwenden:

  • Gefahrenhinweise und Warnschilder
  • Störlichtbogen Warnungen
  • Aufklebern auf Fässern und Tanks
  • Aufklebern auf Fahrzeugen
  • Beschriftungen von seetechnischen Ausrüstungen
  • Beschriftungen im Außenbereich

Was muss auf einem GHS-Etikett angegeben sein?

Das unten aufgeführte Diagramm zeigt ein Beispiel für die wichtigsten Elemente auf einem GHS Etikett.

gfgfg

(A) Produkt Name
Der Produktname sollte zu dem Produkt Identifier auf SDS passen.

(B) Signalwort
Gibt die ungefähre Gefahrenstufe an.

(C) Gefahrenwarnung H-Sätze
Beschreibt die Gefahrenart.

(D) Piktogramme
Symbole zur Warnung von Gesundheitsrisiken, physikalische Gefahren und Umweltgefahren.

(E) Identifikation des Lieferanten
Inverkehrbringer: Name, Adresse, Telefon Nummer des Lieferanten.

(F) Sicherheitshinweis P-Sätze

Welche GHS Piktogramme und Gefahrenstufen gibt es?

Piktogramme