Integrationsmodell Avery Zweckform und Oberland Werkstätten

Bei den Oberland Werkstätten sind ca. 165 MitarbeiterInnen beschäftigt, die sowohl in eigenen Werkstätten als auch bei Unternehmen in den sog. firmenintegrierten Arbeitsgruppen arbeiten. Derzeit (Stand August 2021) arbeiten 23 MitarbeiterInnen in der sog. firmenintegrierten Arbeitsgruppe der Oberland Werkstätten bei Avery Zweckform.

Bei den Oberland Werkstätten sind ca. 165 MitarbeiterInnen beschäftigt, die sowohl in eigenen Werkstätten als auch bei Unternehmen in den sog. firmenintegrierten Arbeitsgruppen arbeiten.

Derzeit (Stand August 2021) arbeiten 23 MitarbeiterInnen in der sog. firmenintegrierten Arbeitsgruppe der Oberland Werkstätten bei Avery Zweckform. Diese werden von 3 GruppenleiterInnen betreut. Ab September 2021 werden voraussichtlich noch weitere MitarbeiterInnen das Team der Oberland Werkstätten bei Avery Zweckform verstärken, so dass die Anzahl der MitarbeiterInnen dann auf ca. 30 ansteigen wird. Der Großteil der MitarbeiterInnen ist auf drei Gruppen in drei Räumen verteilt, manche Mitarbeiter arbeiten aber auch selbständig und integriert im Produktionsbereich an Maschinen (z.B. Schrumpftunnel). Diese MitarbeiterInnen haben teilweise auch noch eine Weiterbildung zur Assistenz der GruppenleiterInnen absolviert, arbeiten selbständig und unterstützen ihre KollegInnen bei Bedarf.

Integrationsmodell Avery Zweckform und Oberland Werkstätten

Vorteile des Integrationsmodells für Avery Zweckform

1. keine Speditionskosten für Hin- und Rücktransport der Materialien zu externen Dienstleistern, die die Aufträge bearbeiten

2. weniger Komplexität, da die Materialien das Avery Zweckform Betriebsgelände nicht verlassen und somit nicht aus- und zugebucht werden müssen

3. schneller Materialnachschub, falls Materialien fehlerhaft sind, falls zu wenig geliefert wurden oder im Abpackprozess etwas kaputt geht

4. kurze Wege falls sich Rücksprachen aus der Auftragsbearbeitung ergeben

5. mehr Flexibilität durch schnelle Adaption bei sich ändernden Auftragslagen

6. nachhaltigere Prozesse und weniger CO2 Ausstoß durch die Einsparung der Transporte zu ausgelagerten Werkstätten

Vorteile des Integrationsmodells für die Oberland Werkstätten

 
Feste Arbeitsgruppen

Alle MitarbeiterInnen haben ein festes Bezugsfeld durch die Arbeit in Gruppen. Dabei stellen vor allem die GruppenleiterInnen feste Bezugspersonen dar, aber auch die KollegInnen sowie die wiederkehrenden und trotzdem abwechslungsreichen Tätigkeiten geben einen festen Bezugsrahmen.
Die zu erledigenden Aufträge werden in Arbeitsschritte aufgeteilt und je nach Fähigkeiten der MitarbeiterInnen verteilt. Alle Aufgaben werden vorher mit den MitarbeiterInnen besprochen und abgestimmt, es gilt dabei das Selbstbestimmungsrecht der MitarbeiterInnen, d.h. die Person steht dabei im Fokus.

Integration der MitarbeiterInnen in Avery Zweckform

Alle MitarbeiterInnen übernehmen turnusmäßig Dienstleistungen im Verwaltungsbereich von Avery Zweckform wie die Bestückung der Besprechungsräume mit Getränken und  frischem Geschirr, die Reinigung der Wasserspender, die Desinfektion von Türklinken etc. Durch diese Arbeiten fühlen sich die MitarbeiterInnen als vollwertige Arbeitskraft anerkannt. Die MitarbeiterInnen fühlen sich tatsächlich auch mehr als Avery Zweckform Mitarbeiter, obwohl sie de facto bei den Oberland Werkstätten angestellt sind und auch von diesen ihr Gehalt beziehen. Alle MitarbeiterInnen tragen während ihrer Arbeitszeit die typischen Avery Zweckform Arbeitspoloshirts, auf denen die Logos beider Firmen (Avery Zweckform und Oberland Werkstätten) aufgedruckt sind. Selbstverständlich wird das Mittagessen auch in der Avery Zweckform Kantine eingenommen.

Dienstplan Oberlandwerkstätten
Breitgefächertes und abwechslungsreiches Aufgabenspektrum
  • Abpacken von z.B. Fotopapier, Rollenetiketten, Etiketten in Verkaufsverpackungen, Umkartons und Stapelung auf Paletten. Diese Aufgaben werden alle manuell abgearbeitet, da für diese Arbeiten keine Maschinen vorhanden sind und eine Anschaffung nicht wirtschaftlich wäre, da es sich um viele unterschiedliche Arbeitsabläufe handelt.
  • Originalitätsverschluss durch Einschrumpfen der Verpackungen in Plastikschrumpffolie
  • Umpacken in andere, kundenspezifische Verkaufseinheitengrößen
  • Unterstützung in der Versandlogistik durch Auffüllen der Versandkartons mit Luftpolsterfolie
  • Konfektionierung von saisonabhängigen Verkaufsdisplays wie z.B. Bestücken der Weihnachtsbaumdisplays mit Z-Design Kleinpackungen
  • Unterstützung des Facility Managements bei diversen Arbeiten, u.a. auch bei der Gartenpflege

Bild links: Dienstplan der OLW Mitarbeiter für tägliche Dienste bei Avery Zweckform sowie interne Aufgabenverteilung

Je nach den individuellen Kompetenzen und Fähigkeiten findet für die MitarbeiterInnen durch diese Tätigkeiten auch eine Vorbereitung für den Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt statt.

So arbeiten bereits manche MitarbeiterInnen in Teilzeit auf Außenarbeitsplätzen am „ersten“ Arbeitsmarkt, wo sie nur noch stundenweise von den Oberland Werkstätten begleitet werden. Die verbleibende Arbeitszeit verbringen sie in den Oberland Werkstätten.

Tagesablauf in den Arbeitsgruppen

7.45 Arbeitsbeginn: MitarbeiterInnen werden am Wohnort mit vier verschiedenen Bussen abgeholt und zu den firmenintegrierten Bereichen bei Avery Zweckform und Oped (benachbartes Unternehmen) gebracht.

9.30 Frühstückspause im Gruppenraum

12.30 Mittagspause in der Avery Zweckform Kantine

14.45 kurze Pause, in der oft ein Spaziergang ums Werksgelände gemacht wird

16.00 Arbeitsende: MitarbeiterInnen werden wieder vom Bus abgeholt und nach Hause gebracht

Einmal wöchentlich findet eine Gruppenbesprechung statt: Protokoll und Moderation werden dabei durch MitarbeiterInnen in wechselnden Rollen übernommen, Punkte zur Information oder zur Diskussion können sowohl von MitarbeiterInnen als auch von GruppenleiterInnen eingebracht werden sowie vom Werkstattrat (MitarbeiterInnenvertretung in den Oberland Werkstätten, vergleichbar zu Betriebsrat).

Arbeitsbegleitende Angebote werden in die Arbeitszeit integriert und sind z.B. Bewegungsangebote wie Nordic Walking, Englischunterricht oder spielerisch Rechnen lernen.
Außerdem wird die gesunde Ernährung der MitarbeiterInnen unterstützt, sei es durch Information oder die Integration von Obst in die Frühstückspausen.

Beschreibung zweier typischer Arbeitsaufträge

SAP Auftrag Rollenetiketten

1. Abpacken von Rollenetiketten

 

Auf dem Fertigungsauftrag sind alle Komponenten aufgeführt, die für das Abpacken der Rollenetiketten benötigt werden. Diese Produktkomponenten werden zusammen mit der Verpackungsvorschrift auf einer Palette vor den Gruppenraum der Oberland Werkstätten geliefert.

 

 

 

 

 

Bild rechts: Fertigungsauftrag Rollenetiketten

Integrationsmodell Avery Zweckform und Oberland Werkstätten

Innerhalb der Gruppe wird dann zusammen mit den GruppenleiterInnen besprochen, wer welche Aufgaben übernimmt. In diesem Falle sind das: 

1. das Stempeln der Produktkartons mit der Auftragsnummer,

2. das Konfektionieren der Rollenetiketten in die Produktkartons,

3. das Sammeln der Kartons in einem Umkarton,

4. das Einschweißen der Produktkartons in Plastikfolie als Originalitätsverschluss und Transportschutz

5. sowie das Einbringen in Versandeinheitenkartons

 

Bild links: Gisela bei Arbeitsschritt 2 und 3

Fotopapier

2. Abpacken von Fotopapier

Bei diesem Auftrag ergeben sich folgende Arbeitsschritte:

1. das Stempeln des unteren Kartons mit der Auftragsnummer,

2. das Einlegen von 20 Blatt Fotopapier in den unteren Karton (20 Blatt Fotopapier sind im Papierstapel durch farbige Zwischenblätter gekennzeichnet),

3. Auflegen des oberen Kartons und Verschluss mit Tesa Film,

4. das Sammeln der konfektionierten Schachteln in einem Umkarton sowie

5. Stapeln der Umkartons auf einer Palette nach vorgegebenem Stapelmuster

 

Bild rechts: Anlieferung der Produktkomponenten auf einer Palette

Integrationsmodell Avery Zweckform und Oberland Werkstätten

Die beschriebenen Arbeitsaufträge sind meist nicht zeitkritisch bzw. mit ausreichend Arbeits- und Vorlaufzeit kalkuliert. Es gibt manchmal aber auch dringende Aufträge mit Termindruck. In diesem Fall geben die GruppenleiterInnen diesen Druck nicht an die MitarbeiterInnen weiter, sondern arbeiten selbst mehr oder länger mit, um den Auftrag rechtzeitig zu erledigen.

Auch wenn kein Druck auf die MitarbeiterInnen ausgeübt wird, so gilt doch das Prinzip "Fördern durch Fordern". Ihnen werden geeignete Aufgaben zugewiesen, bei denen sie gegebenenfalls durch die GruppenleiterInnen unterstützt werden.

In jährlichen MitarbeiterInnengesprächen suchen GruppenleiterInnen und MitarbeiterInnen gemeinsam nach neuen Zielen zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung.

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